Nov
04
19

Retreat in Marrakesch

Der Adhan wird ausgerufen, auf einmal schallt es wie aus Lautsprechern durch die ganze Stadt… Die Muezzin rufen erneut zum Gebet aus und die Gläubigen bereiten sich auf ihr Gebet vor. Zuvor kannte ich diese Szenen nur aus Filmen. Eine leicht kühle Brise wehte mir um die Ohren, in der Ferne sah ich Berge, die von der Sonne angestrahlt wurden… Ich drehte mich einmal um die eigene Achse und liess diese neuen Impressionen auf mich wirken: Über den Dächern von Marrakesch auf einer einzigartigen Dachterrasse mitten in einer Grossstadt fühlte ich mich so vertraut, dass ich alles um mich herum vergass.

Wir weinten und wir lachten… Es war der erste Augenblick als wir sieben Ladybosses aufeinander trafen und spürten, dass wir uns so unglaublich nahe waren. Wir öffneten uns vom ersten Moment an, erzählten uns unsere tiefsten Sehnsüchte und unsere grausamsten Erfahrungen.

Der erste Tag unseres Retreats mit Isabel Sacher hatte es schon so richtig in sich! Wir begannen eine lange Reise, unsere Reise zu uns selbst… Oft jagen wir Idealen hinterher und gehen einen Weg, der uns von der Gesellschaft vorgeschrieben wird. Mir war doch von Anfang klar, wo ich mit meiner Fotografie stehe. Mir war klar wohin meine Reise gehen wird, doch am vorletzten Tag stand ich auf einmal vor einem Trümmerhaufen…

Es war meine erste Reise nach Marokko. In einem Reiseführer las ich folgenden Satz: “Marrakesch ist nichts für schwache Nerven!”. Bereits am ersten Abend wurde mir genau DAS klar… Ich bin hochsensibel: laute Geräusche, zu viele Menschen und eine Flut an Reizen überfordern mich zwar, jedoch weckten sie auch meine Neugierde! Doch an jenem Abend machte ich eine Entdeckung, die mir die Augen öffnen sollte: Die Strassenkatzen von Marrakesch! Noch nie sah ich so viel tierisches Leid und Elend: Esel werden mit schwerer Last überfordert und vegetieren vor sich hin, Katzen verhungern und liegen zusammengekrochen am Strassenrand. Am nächsten Morgen wachte ich weinend auf: Ich träumte vom Elend der Katzen und keiner wollte ihnen helfen. Erst beruhigte ich mich, doch dann wurde mir klar, dass mein Alptraum pure Realität war.

An jenem Morgen kurz vor Sonnenaufgang auf der Dachterrasse fing ich an nachzudenken… ich wollte etwas tun und ich wusste, ICH WERDE etwas tun!

Wir erörterten in der Gruppe als Erstes unser Warum! Mir war lange klar, dass ich Frauen mit Hilfe der Begegnungen von Tieren helfen möchte, eine einmalige Erfahrung zu machen! Ich habe jahrelang in einer toxischen Beziehung gelitten und die Tiere gaben mir die Kraft, diese Beziehung zu überleben. Mir war immer bewusst, dass das ist, was ich möchte!

Wir wuchsen in kürzester Zeit so zusammen, als würden Stephanie, Petra, Anka, Jennifer, Nina, Isabel und ich uns schon ewig kennen… Isabel Sacher, unsere Coach, lockte uns mit gezielten Fragen aus der Reserve. Doch auch die Anderen trugen einen bedeutenden Teil dazu bei, die Wahrheit aufzudecken.

Ich schloss symbolisch mit einer schrecklichen aber wichtigen Erfahrung in meinem Leben ab und beschloss, mich nicht mehr von der Vergangenheit verunsichern zu lassen! Alles lief wie nach Plan und ich sah sehr klar in meine Zukunft. Bis eine der Teilnehmerinnen am vorletzten Tag etwas sagte, was alles auf einmal in Frage stellte: “Da ist noch viel mehr, ist es wirklich dein einziger Wunsch, andere Menschen glücklich zu machen?”… Ich verstand die Welt nicht mehr und auf einmal sah ich etwas, das ich schon seit langem wollte, es aber nie wagte auszusprechen:

Mir sind Tiere wichtiger!

Ich träume schon seit langem davon, Charity Events zu organisieren, Menschen dazu zu bewegen hin zu schauen und sich für die Tiere einzusetzen! Die Begegnung mit den Strassenkatzen von Marrakesch haben in mir etwas ganz Wichtiges ausgelöst: Leidenschaft, der Drang, sie zu retten! Unsere Gruppe sah es von Anfang an, dass ich aufblühe bei Tieren und ich mir nichts Schöneres vorstellen kann, als ein Tier zu retten!

Jetzt weiss ich WARUM ich Menschen mit Tieren fotografieren will… Ich möchte Tieren helfen, ein schönes und würdevolles Leben zu führen… und es freut mich, dass die Begegnung mit Tieren auf meine Tierliebhaberinnen so viel Wohlbehagen auslöst!

Es liegt ein langer Weg vor mir, doch nun bin ich mir sicher, dass ich diesen Weg gehen will und noch nie war ich mir selber so bewusst, dass ich es auch wirklich kann!!!

Nach 5 Tagen traten sieben Ladybosses ihre Heimreise an. Doch es war nicht das Ende der Reise… Sein Ziel erreicht man nie von heute auf morgen, es ist eine Entwicklung die man mitmacht. Doch das Retreat hat mir geholfen, klar nach vorne zu blicken und vor allem an mich zu glauben. Ich habe gemerkt, wie hart es ist, ehrlich zu sich selber zu sein und ich konnte einen Teil meiner Vergangenheit hinter mich lassen…

Lange haderte ich mit mir einen weiteren Schritt zu gehen. Ich hatte Angst auf etwas zu verzichten, etwas zu verlieren, doch jetzt stelle ich fest, ich verliere nicht, ich gewinne nur: ein Tag nach meiner Abreise hab ich das letzte Stück Fleisch gegessen und möchte mich nun aus Liebe zu den Tieren nur noch vegetarisch ernähren!

Danke an Ron, für die wundervolle vegetarische Kost in dieser Woche! Danke liebe Isabel für die sogenannten “Arschtritte”, die nötig waren, danke für deine Leitung der Reise und des Retreats! Es war die richtige Entscheidung, mir Hilfe zu suchen in Form eines Coaching!

Doch ich möchte mich auch bei Stephanie bedanken: Danke, dass du mir beim Füttern der Katzen geholfen hast und vor allem, dass du mich so gut verstanden hast, wenn es um die Liebe zu den Tieren ging! Danke liebe Anka für deine unverblümte und liebevolle Direktheit, ohne dich, wäre ich jetzt nicht genau auf dem Weg wo ich hin will, ich schätze deine direkte Art sehr! Danke liebe Petra, für die schönen und ehrlichen Gespräche nachts im Bett und oben auf der Dachterrasse, du warst eine tolle Zimmergenossin! Vor allem liebe ich dein positives Mindset! Danke liebe Nina, für deine warmherzige Art und dein unermüdliches Strahlen. Ich bewundere dich für deinen Mut und der Gabe zu Verzeihen! Danke liebe Jen für deine Ehrlichkeit, deine Hilfe und die vielen Jahre, die ich dich nun kennen darf. Du hast mir immer so viel geholfen und vor allem hast du mir geholfen, mich zu trauen ehrlich zu mir zu sein und auch mal Nein zu sagen.

Ich bin gespannt, wie meine und eure Reise weitergeht!

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